Eine alte Heizung oder schlecht gedämmte Fenster – viele Immobilien sind in puncto Energieeffizienz nicht auf dem neuesten Stand. Die Folge: Es entstehen langfristig hohe Energiekosten. Mit einer energetischen Sanierung lässt sich ein Gebäude optimal nachrüsten. In diesem Beitrag erfahren Sie mehr über einzelne Maßnahmen.

  1. Energetische Sanierung – mehr Energieeffizienz für Immobilien
  2. Die Vorteile einer energetischen Sanierung
  3. Maßnahmen zur energetischen Sanierung
  4. Photovoltaikanlage mit Mieterstrom als Ergänzung zur Sanierung
  5. Ausblick auf Sanierung in der Zukunft: Gebäudeenergiegesetz (GEG)
  6. Photovoltaikanlagen in der Sanierung sind ein Beitrag zur Reduzierung von Energieverbrauch und Nebenkosten

Energetische Sanierung – mehr Energieeffizienz für Immobilien

Die energetische Sanierung ist eine Modernisierung von Gebäuden mit dem Ziel, diese energieeffizienter zu betreiben. Dabei stehen die Optimierung des Heizsystems und der Wärmedämmung des Hauses im Fokus. Von Solarthermie auf dem Dach bis zum besser gedämmten Keller bestehen verschiedenste Möglichkeiten, um die Energieeffizienz einer Immobilie zu verbessern. Solche Maßnahmen im Bereich der energetischen Sanierung sind in der Regel kostspielig. Sie rechnen sich durch ihre Vorteile jedoch langfristig.

Die Vorteile einer energetischen Sanierung

Eine energetische Sanierung bringt gleichermaßen Vorteile für Immobilienbesitzer und Mieter mit sich: Die Nachrüstung mit einer modernen und energieeffizienten Ausstattung steigert den Immobilienwert und macht das Objekt für Mietinteressenten attraktiver. Dabei müssen Immobilienbesitzer die Kosten einer energetischen Sanierung nicht allein tragen. Sie lassen sich im Rahmen der Modernisierungsumlage zu acht Prozent auf die Jahresmiete umlegen.

  • Ein großer Pluspunkt sind die Kosteneinsparungen auf Mieterseite. Der Einbau einer effizienten Heizungsanlage oder der Anbau eines Wärmedämmverbundsystems sorgt für eine günstigere Heizkostenabrechnung.
  • Ein zweiter wichtiger Aspekt ist die Nachhaltigkeit: Eine in puncto Heizenergie sparsame Immobilie schont das Klima und reduziert den Ausstoß von CO2. Damit tragen sie einen wichtigen Teil zur Energiewende bei.
  • Der dritte Pluspunkt ist das bessere Wohnklima. Ein optimiertes Gebäude bleibt im Sommer leichter kühl und im Winter länger warm.
  • Vierter Vorteil ist die Vermeidung von Schimmelbildung durch höhere raumseitige Oberflächentemperaturen.

Maßnahmen zur energetischen Sanierung

Fassadendämmung

Insbesondere Altbaugebäude sind häufig nicht ordentlich gedämmt. Zur damaligen Bauzeit standen noch keine effizienten Dämmmaterialien für die Hauswände zur Verfügung. Die Folge: Über die Außenwände geht viel Wärme verloren. Um das Gebäude ausreichend warm zu halten, muss stärker geheizt werden. Eine modernisierte Fassade hält die Wärme hingegen im Haus. So lassen sich die Heizkosten um bis zu 20 Prozent reduzieren.

Austausch der Heizungsanlage

Öl- und Gasheizungen werden im Laufe des Betriebs wartungs- und reparaturanfälliger und verlieren an Leistung. Ältere Systeme verbrauchen zudem deutlich mehr Brennstoff als moderne Lösungen. Inzwischen ist über die Hälfte der Heizungen in Mehrfamilienhäusern älter als 20 Jahre alt (Quelle: BDEW). Alleine ein Einbau einer neuen Heizungsanlage kann die Emissionen aus der Wärmeversorgung deutlich reduzieren. Noch besser ist der Einsatz von erneuerbaren Energien.

Durch die energetische Sanierung lässt sich das Gebäude wieder optimal, zeitgemäß und kosteneffizient heizen. Für alte Heizungsanlagen besteht sogar eine Austauschpflicht: Immobilienbesitzer müssen viele Heizungstypen nach der Energieeinsparverordnung (EnEV) nach 30 Jahren Einsatz auswechseln.

Austausch von Fenstern

In zahlreichen Wohngebäuden sind noch einfach verglaste Fenster verbaut. Diese sind jedoch alles andere als energieeffizient und lassen viel Wärme aus der Immobilie. Schon die Nachrüstung mit zweifach verglasten Modellen sorgt für mehr Dämmung und geringere Heizkosten. Besonders effizient sind dreifach isolierverglaste Fenster.

Dach- und Kellerdämmung

Bei einer Wärmedämmung denken Immobilienbesitzer in der Regel an die Fassade. Aber nicht nur über die Hauswände, sondern auch über den Keller oder das Dach kann Wärmeenergie verloren gehen. In schlecht gedämmten Kellern und Dachböden besteht zudem oft eine hohe Luftfeuchtigkeit und Schimmelgefahr. Mit einer nachträglichen Dämmung von Keller und Dach lassen sich vorhandene Wärmelecks stopfen und Energiekosten senken.

Die energetische Sanierung ist oft in Teilschritten sinnvoll

In der Regel ist die energetische Sanierung eine Budgetfrage. Bei einer umfassenden Sanierung lassen sich alle Gewerke perfekt aufeinander abstimmen. Dafür ist eine vollständige Gebäudesanierung besonders kostenintensiv. Doch Immobilienbesitzer, die ein Haus modernisieren möchten, müssen nicht sämtliche Maßnahmen auf einmal umsetzen. Geschickter ist es, die Modernisierung eines Gebäudes in Teilschritten umzusetzen und mit einzelnen Maßnahmen gezielt aufeinander abzustimmen.

Wenn beispielsweise eine neue Dämmung geplant ist, kann die spätere Nachrüstung der Heizungsanlage deutlich kleiner ausfallen. Deshalb sollten sich Immobilienbesitzer vorab einen Überblick über die Möglichkeiten im Bereich der energetischen Sanierung verschaffen und die Sanierung gründlich planen. Hilfreich ist dabei die Erstellung eines individuellen Sanierungsfahrplans durch einen Energieberater. Dieser enthält die einzelnen Schritte zur Sanierung, entsprechend der individuellen Vorstellungen und dem jeweiligen Budget.

Photovoltaikanlage mit Mieterstrom als Ergänzung zur Sanierung

Eine Photovoltaik-Anlage kann ebenfalls ein Bestandteil der energetischen Sanierung eines Gebäudes sein. Durch die lokale Nutzung des erzeugten Solarstroms benötigt das Gebäude weniger Energie von außen. Die Verwendung des Solarstroms zur Deckung des Strombedarfs im Gebäude ist besonders interessant, da im Mieterstrommodell der Strom für Mieter und Wohnungsnutzer um mindestens zehn Prozent günstiger ist, als das Angebot des Grundversorgers. Verbleibender Strom kann für den Hausstrom und den Betrieb der Heizung genutzt werden. Eine Photovoltaikanlage im Rahmen der energetischen Sanierung eines Gebäudes stellt somit einen wertvollen Beitrag zur Energiewende dar.

Photovoltaikanlagen für Mieterstrom können im günstigsten Fall für den Eigentümer des Gebäudes völlig kostenlos sein. Bei dem sogenannten Dachpachtmodell investiert ein Kooperationspartner in die Solaranlage.

Ausblick auf Sanierung in der Zukunft: Gebäudeenergiegesetz (GEG)

In Zukunft wird die Installation einer Photovoltaikanlage im Rahmen einer energetischen Sanierung attraktiver. Die Bundesregierung plant derzeit das Gebäudeenergiegesetz (GEG) mit dem sie das Energieeinsparungsgesetz (EnEG), die Energieeinsparverordnung (EnEV) und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) zusammen legen möchte. Dadurch sollen die Verordnungen vereinheitlicht und vereinfacht werden. Mit dem Gebäudeenergiegesetz soll die EU-Energieeffizienzrichtlinie umgesetzt und der Niedrigstenergie-Standard im Neubau eingeführt werden.

Im bisherigen Entwurf sieht das Gebäudeenergiegesetz (GEG) unter anderem vor, dass gebäudenah erzeugter Strom aus Anlagen mit erneuerbaren Energien in einem bestimmten Umfang bei der Berechnung des Primärergiebedarfs des Gebäudes angerechnet werden kann. Zudem soll auch eine quartiersbezogene Bilanzierung möglich werden. Darüber hinaus ist eine Innovationsklausel geplant mit der die Anforderungen alternativ anhand der CO2-Emissionen und eines Effzienzkriteriums erfüllt werden können.

Photovoltaikanlagen in der Sanierung sind ein Beitrag zur Reduzierung von Energieverbrauch und Nebenkosten

Die energetische Sanierung von Wohngebäuden bietet viele Möglichkeiten die Energiekosten zu reduzieren und einen wirkungsvollen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Photovoltaikanlagen gehören noch nicht zu den üblichen Maßnahmen, wie Dämmung und Austausch der Heizung. Sie bieten aber das Potenzial den Energieverbrauch und die Nebenkosten effektiv zu reduzieren.


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