Der menschengemachte Klimawandel – ein in der Energiewirtschaft heiß diskutiertes Thema. Bis 2050 wollen wir laut Klimaschutzplan der Bundesrepublik weitgehend treibhausneutral wirtschaften und leben. Unsere Energieversorgung spielt dabei eine große Rolle. Der Energiesektor ist dem Umweltbundesamt zufolge für knapp 85 Prozent aller Treibhausgasemissionen in Deutschland verantwortlich. Wir müssen also treibhauswirksame fossile Brennstoffe gegen klimaschonende, erneuerbare Energieträger wie Solarstrom tauschen. Doch wie könnte die Energieversorgung der Zukunft aussehen?

 

Wir haben noch 31 Jahre Zeit: Energiewende in Deutschland

Laut Bundesregierung soll die Stromversorgung im Jahr 2050 zu 80 Prozent aus erneuerbaren Energieträgern bestehen. Wie sich unser Strommix in drei Jahrzehnten konkret zusammensetzt, steht hingegen noch nicht fest. Um eine Diskussionsgrundlage für die Energiewende zu schaffen, lässt die Bundesregierung Strategien für ein kostenoptimiertes und sicheres Energiesystem erstellen. Im Rahmen der Projekte „Langfrist- und Klimaszenarien“ werden unter anderem die Transformationsmöglichkeiten im Stromsektor diskutiert. Gegenstand der wissenschaftlichen Studien ist die Modellierung von Zielszenarien, die eine mögliche Energieversorgung in der Zukunft beschreiben. Die wichtigsten Szenarien sind das Basisszenario und das Referenzszenario. Das Basisszenario ist die zentrale Strategie der Betrachtung. Sie stellt eine Möglichkeit dar, wie wir unsere energie- und klimapolitischen Ziele möglichst kosteneffizient erreichen können. Dem gegenüber steht das Referenzszenario, das zwar ebenfalls kostenoptimiert ist, unsere Klimaziele aber verfehlt.

 

Energieversorgung der Zukunft: Das Basisszenario

Im Basisszenario erzeugen wir im Jahr 2050 weder Kernenergie- noch Braunkohlestrom in Deutschland. Der Anteil an Steinkohlekraftwerken sowie die Stromerzeugung aus Erdgas und Biomasse ist zudem deutlich gesunken. Ebenso wurde der Anteil an Anlagen, die mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) arbeiten, reduziert. Stark ausgebaut wurde hingegen die Windenergie, die im Jahr 2050 den Strommix dominiert. Zudem hat sich der Anteil an Solarenergie im Vergleichszeitraum des Szenarios verdoppelt – drei Viertel davon mit der Errichtung von Photovoltaikanlagen auf Dächern.

 

Basisszenario – Stromerzeugung in Deutschland im Jahr 2050

Energieträger 2013* 2050*
Kernenergie 92,1 0
Braunkohle 141,2 0
Steinkohle 102,9 0,9
Erdgas 12,1 1,6
Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) 92,3 73,4
Windkraft 51,7 335,1
Photovoltaik 31 63,2
Biomasse 46,6 6
Sonstige konventionelle Energieträger 1,3 2,9
Sonstige erneuerbare Energieträger 23 18,1

*Nettostromerzeugung in Terawattstunden (TWh)

 

Energieversorgung der Zukunft: Das Referenzszenario

Im Referenzszenario werden Braunkohlekraftwerke trotz des geplanten Ausstiegs weiterhin betrieben. Dies begründet sich in einer im Szenario angenommenen sehr hohen Konkurrenzfähigkeit der fossilen Energiequelle. Wie auch im Basisszenario erfolgte der Ausstieg aus der Kernenergie.  Windkraftwerke wurden ebenfalls ausgebaut. Zu einem Anlagenrückbau kam es hingegen im Bereich Solarenergie. Solarstrom würde sich aus Kostengründen nicht mehr lohnen, so die Annahme. Deutschland verfehlt in diesem Szenario seine Klimaziele.

 

Referenzszenario – Stromerzeugung in Deutschland im Jahr 2050

Energieträger 2013* 2050*
Kernenergie 92,1 0
Braunkohle 141,2 131,1
Steinkohle 102,9 15,3
Erdgas 12,1 0,4
Kraft-Wärme-Kopplung 92,3 121,6
Windkraft 51,7 223
Photovoltaik 31 14,9
Biomasse 46,6 6
Sonstige konventionelle Energieträger 1,3 2,9
Sonstige erneuerbare Energieträger 23 20,6

*Nettostromerzeugung in Terawattstunden (TWh)

 

Erneuerbare Energien sind unsere Zukunft!

Die beiden Beispiele zeigen, wie die Energieversorgung der Zukunft aufgebaut sein könnte und wie wichtig der großflächige Ausbau von erneuerbaren Energieträgern ist. Mit grünem Strom aus Wind- und Solarkraft werden wir, wie im Basisszenario geschildert, die Erderwärmung und den Klimawandel erfolgreich begrenzen. Bleiben wir hingegen bei fossilen Brennstoffen wie im Referenzszenario, wird das schwerwiegende Folgen für uns und unsere Nachfolgegenerationen haben.

Womit wir in 30 Jahren Strom erzeugen, lässt sich natürlich nicht ganz genau vorhersagen. Denn das bestimmen die wirtschaftspolitischen und unternehmerischen Entscheidungen in den nächsten drei Jahrzehnten. Wer sich jedoch schon heute für erneuerbare Energien entscheidet, unterstützt die Energiewende – und trägt seinen Teil dazu bei, dass sich das Basisszenario oder ein ähnlicher klimafreundlicher Energiemix durchsetzen wird. Es gibt viele spannende Konzepte, mit denen nicht nur öffentliche Energieversorger, sondern ebenso Unternehmen und Immobilienbesitzer zur Energiewende beitragen können. Stichwort: dezentrale Energieversorgung. Ein Solarkraftwerk auf dem eigenen Dach hat zahlreiche Vorteile. Sie unterstützen den Ausbau der Erneuerbaren und erzeugen selbst grünen Strom – kostengünstig, umweltfreundlich und verbrauchernah.

 


 

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