Die Entwicklung auf dem deutschen Solarmarkt sieht nach einem Anstieg im Zubau wieder positiver aus. Einigen Bundesländern ist diese Entwicklung jedoch noch zu langsam. Daher bieten sie eigene Förderprogramme für Photovoltaik und Batteriespeicher an. Dieser Beitrag gibt einen Überblick über die aktuelle Förderung von großen Photovoltaikanlagen auf Mehrfamilienhäusern und von Batteriespeichern in einzelnen Bundesländern.

 

Teilweise ist eine Kombination mit der Förderung durch die KfW möglich. Dabei darf der Höchstbetrag für die Förderung jedoch nicht überschritten werden. Zu beachten ist, dass Förderprogramme, die sich auf Systeme für Ein- und Zweifamilienhäuser beschränken, in dieser Übersicht nicht aufgeführt sind.

 

Baden-Württemberg: Förderung netzdienlicher PV-Batteriespeicher

In Baden-Württemberg ist bereits zum Sommer der Fördertopf für die Förderung netzdienlicher PV-Batteriespeicher vollständig ausgeschöpft. Geplant war eine Laufzeit bis Ende 2019. Eine Aufstockung oder Fortsetzung des Programms ist derzeit nicht bekannt.

 

NRW: Batteriespeicher mit Photovoltaikanlage

In dem Förderprogramm progres.nrw hat das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie von Nordrhein-Westfalen die Förderung innovativer Technologien mit erneuerbaren Energien gebündelt. Dazu gehört der Bereich Markteinführung von stationären elektrischen Batteriespeichern in Verbindung mit einer neu zu errichtenden Photovoltaikanlage. Die Förderung bezieht sich jedoch nur auf den Batteriespeicher und das dazugehörige Batteriemanagementsystem.

Bei kleineren Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von bis zu 30 kW werden maximal zehn Prozent der Kosten für das Batteriespeichersystem bezuschusst. Für Batteriespeicher für größere Anlagen gibt es einen Zuschuss für 50 Prozent der Kosten. Die maximale Förderung beträgt 75.000 Euro.

Voraussetzung für die Förderung ist, dass die Photovoltaikanlage nicht mehr als 50 Prozent der installierten Leistung an das Netz abgibt.

Die Förderung für Batteriespeicher können Privatpersonen, Freiberufler und Unternehmen mit Sitz in Nordrhein-Westfalen beantragen.

 

Sachsen: Stromspeicher mit und ohne Ladestation

Die Sächsische Aufbaubank unterstützt Investitionen in eine Erhöhung des Eigenverbrauchs von Solarstrom durch Stromspeicher und eine Kombination mit Ladestationen für Elektrofahrzeuge. Diese Förderung dürfen Privatpersonen, juristische Personen des öffentlichen und privaten Rechts, sowie Freiberufler beantragen.

Sachsen fördert elektrische Energiespeicher für den Neubau in Verbindung mit Photovoltaikanlagen. Dies gilt auch für die Nachrüstung von Speichern und für Quartierspeicher. Des Weiteren ist auch die Kombination mit Ladestationen für Elektrofahrzeuge förderfähig. Zum Förderprogramm gehören auch Modellvorhaben mit neuen Technologien inklusive Planung und Messung.

Es muss sichergestellt sein, dass die Photovoltaikanlage nicht mehr als 50 Prozent ihrer Nennleistung einspeist. Der Stromspeicher muss dauerhaft mit der Photovoltaikanlage und dem öffentlichen Stromnetz verbunden sein. Seine Nutzkapazität muss mindestens 2,0 kWh betragen.

Der Zuschuss für den Stromspeicher errechnet sich zum einen aus einem Sockelbetrag (nicht bei Nachrüstungen) von 1.000 Euro. Hinzu kommt ein Leistungsbetrag von 200 Euro je nutzbarer kWh Speicherkapazität. Der gesamte Zuschuss beträgt jedoch höchstens 40.000 Euro.

Bei Modellvorhaben beträgt der Zuschuss bis zu 50 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben, jedoch höchstens 50.000 Euro. Die Antragsteller müssen an einem Datenmonitoring teilnehmen.

 

Thüringen: Solar Invest mit Mieterstrom-Förderung

Mit dem Förderprogramm Solar Invest hat Thüringen als einziges Bundesland eine Förderung für Photovoltaikanlagen, Mieterstrommodelle und Stromspeicher. Die Thüringer Aufbaubank fördert bis zu 30 Prozent der Gesamtinvestitionen. Jedoch maximal 100.000 Euro für die Investitionen in eine neue Photovoltaikanlage und in neue Energiespeichersysteme.

Der eigene Solarstrom muss vollständig der Eigen- oder Direktversorgung im Gebäude dienen, und darf nicht in das öffentliche Netz eingespeist werden. Bei der alleinigen Förderung eines Batteriespeichers müssen mindestens 60 Prozent des Stroms der Photovoltaikanlage im Haus verbraucht werden.

Für die Förderung von Mieterstrommodellen muss das Stromangebot um mindestens einen Cent je Kilowattstunde günstiger sein, als der günstigste Strom des örtlichen Grundversorgers. Hierbei darf der Grundpreis für das Mieterstromangebot nicht höher sein, als beim Grundversorger. Bei Mieterstromanlagen unterstützt die Thüringer Aufbaubank zusätzlich notwendige Investitionen, z.B. für Mess- und Abrechnungssysteme, sowie für Beratungsleistungen, mit bis zu 80 Prozent der Ausgaben.

Bürgerenergiegenossenschaften erhalten einen Bonus bei der Förderung. Sie können sich bis zu 40 Prozent der Kosten für die Photovoltaikanlage oder für den Energiespeicher erstatten lassen. Bei einer Kombination aus Solaranlage und Speicher erhalten Sie einen Zuschuss von bis zu 50 Prozent der Ausgaben. Zusätzlich können sie eine Förderung für Beratungsleistungen bei der Teilnahme an Ausschreibungen erhalten.

 

Berlin: Förderprogramm Stromspeicher

Ab Herbst 2019 bietet das Land Berlin ein eigenes Förderprogramm für Stromspeicher an. Mit diesem Programm verfolgt das Land das Ziel den Photovoltaikausbau in Berlin zu stärken. Durch die Förderung der Speicher soll sich der Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch erhöhen. Für den Start der Förderung ist das Ende der Sommerpause 2019 geplant.

Es ist eine Förderung von 300 Euro je Kilowattstunde nutzbarer Speicherkapazität geplant. Bei Energiespeichersystemen mit einer prognosebasierten Betriebsstrategie wird ein zusätzlicher Bonus von 300 Euro gezahlt. Der maximale Zuschuss pro Stromspeicher soll 15.000 Euro betragen.

Weitere Details der „Förderrichtlinie für Stromspeicher in Verbindung mit einer neu zu errichtenden Photovoltaikanlage im Rahmen des Berliner Energie- und Klimaschutzprogramms 2030“ werden nach der Sommerpause bekannt gegeben. Die Anträge können über die Investitionsbank Berlin (IBB) gestellt werden.

 

Hessen: Informations- und Beratungsangebot für Mieterstrom

In Hessen besteht die Förderung für Mieterstrom aus einem Informations- und Beratungsangebot der Landesenergieagentur. Sie bietet eine unabhängige Begleitung und Beratung für Mieterstromprojekte. Ihr Angebot richtet sich an Wohnungsunternehmen, Energieversorger und Energiedienstleister. Abgerundet wird das Angebot durch eine Broschüre über Mieterstrom-Modelle in Hessen, eine Checkliste und ein Tutorial. Dieses beantwortet zahlreiche Fragen und hilft die Wirtschaftlichkeit von Projekten zu ermitteln.

 

Attraktive Förderung der Bundesländer zur Erhöhung des Eigenverbrauchs von Solarstrom

Die Nutzung des klimafreundlichen Solarstroms vom Dach lohnt sich im Mehrfamilienhaus durch das Mieterstrommodell. Mit dem zusätzlichen Einbau eines Batteriespeichers erhalten die Mieter einen höheren Anteil von Solarstrom an ihrem gesamten Strombedarf. Damit ein Batteriespeicher wirtschaftlich attraktiver wird, kann es sich lohnen eine Förderung in Betracht zu ziehen. So bietet die KfW einen zinsgünstigen Kredit an und diverse Bundesländer Zuschüsse für Batteriespeicher.

 


 

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