Die Elektromobilität spielt eine bedeutende Rolle in der Energiewende und im Klimaschutz. Sie ermöglicht eine vielfältige Nutzung von Strom aus erneuerbaren Energien. Gleichzeitig reduziert sie die Emissionen im Verkehrssektor. Das klingt sehr vielversprechend. Zeitgleich wird eine Frage immer relevanter: Wo kann das Fahrzeug geladen werden? Ideal wäre eine Ladesäule direkt am Haus, die das Auto mit selbst erzeugtem Solarstrom betankt.

 

Ladeinfrastruktur ist wichtig für den Ausbau der Elektromobilität

Auch wenn es noch sehr langsam voran geht: die Elektromobilität ist ein aufstrebender Markt. Sie ist Teil eines Wandels der Mobilität. Dieser wurde einerseits durch Diskussionen über die Emissionen aus dem Verkehrsbereich und der Luftbelastung in Innenstädten ausgelöst. Andererseits spielt der wachsende Druck für dringend notwendige Klimaschutzmaßnahmen eine große Rolle. So waren zum April 2019 bereits 127.000 reine Elektroautos in Deutschland zugelassen (Quelle: Kraftfahrtbundesamt). Allerdings ist der Anteil an den gesamten Neuzulassungen in Deutschland mit knapp zwei Prozent immer noch sehr gering.

Eine große Hemmschwelle beim Kauf eines Elektroautos ist häufig die fehlende Ladeinfrastruktur. Im Einfamilienhaus ist es relativ leicht eine geeignete Lademöglichkeit zu installieren. Als Mieter im Mehrfamilienhaus gibt es aber keinen Anspruch, bzw. keine Möglichkeit für eine private Ladestation am Stellplatz. Dabei wollen knapp 65 Prozent der Deutschen ihr Elektroauto am liebsten Zuhause laden, wie eine Umfrage des BDEW ergeben hat.

In ganz Deutschland gibt es rund 20.650 öffentlich zugängliche Ladepunkte (Quelle: BDEW). Das Ziel der Bundesregierung sieht eine Millionen Elektrofahrzeuge bis 2022 vor. Dafür sind jedoch weit mehr Ladepunkte notwendig. Nach Angaben der Nationalen Plattform Elektromobilität werden für diese Anzahl an Fahrzeugen 70.000 öffentliche AC-Ladepunkten und 7.100 öffentliche DC-Ladepunkte, sowie rund 1 Million private Ladepunkte benötigt.

 

Klärung der Begriffe in der Ladeinfrastruktur

Ladesäulen bestehen in der Regel aus mehreren Ladepunkten. An jedem Ladepunkt kann jeweils ein Elektrofahrzeug aufgeladen werden. Das bedeutet, dass an einer Ladesäule mehrere Fahrzeuge geladen werden können.

Im Standardfall laden Fahrer ihr Elektrofahrzeug an einem AC-Ladepunkt mit Wechselstrom (AC). Diese Ladepunkte haben üblicherweise eine Ladeleistung zwischen 7,2 und 22 kW, maximal aber 43 kW. An DC-Ladepunkten ist eine höhere Leistung ab 50 kW möglich. Damit sind diese Ladepunkte für einen schnelleren Ladevorgang geeignet und werden auch als Schnellladesäulen bezeichnet. Allerdings müssen auch die E-Autos für die hohen Ladeleistungen ausgelegt sein. Die Ladeleistung ist ein wichtiger Faktor für die Ladedauer. Diese wird aber auch von der Batteriekapazität des Fahrzeugs bestimmt.

Für beide Systeme gibt es Ladesäulen mit unterschiedlichen Steckern. Im europäischen Raum ist der Stecker vom Typ 2 Standard für AC-Ladesysteme. Mit diesem Stecker ist an privaten Ladepunkten eine AC-Ladeleistung von bis zu 22 kW üblich. Eine Ergänzung des Typ 2 Steckers um zwei zusätzliche Leistungskontakte ermöglicht eine Schnellladefunktion. Dieser CCS-Stecker (Combined Charging System) verbindet AC-Ladung mit DC-Ladung. Theoretisch ist damit eine Ladeleistung von 170 kW möglich, in der Praxis sind es meistens 50 kW.

 

Ladesäulen mit Solarstrom vom Dach versorgen

Elektromobilität ist besonders klimafreundlich, wenn der Strom aus erneuerbaren Energien stammt. Ideal ist also eine direkte Verbindung der Ladesäule mit einer Photovoltaikanlage. Auf diese Weise erhöht sich der Eigenverbrauch von Solarstrom und damit auch die Wirtschaftlichkeit der PV-Anlage.

Für die Verteilung des Solarstroms sorgt ein intelligentes Lastmanagement. Dieses regelt auch die Leistung an der Ladesäule. Das bedeutet, dass vorrangig das Gebäude mit Solarstrom beliefert wird. An der Stromversorgung des Hauses ändert sich also nichts. Als zusätzliches Angebot können die Mieter jedoch mit dem verbleibenden Strom ihre Elektroautos laden.

 

Warum Mieterstrom und Elektromobilität zusammen passen

Die Elektromobilität ist besonders im städtischen Raum interessant. Dort ist eine Reduzierung der Emissionen aus dem Verkehr dringend notwendig. Hinzu kommt, dass hier besonders viele kurze Wege zurückgelegt werden. Damit entfällt eine Diskussion über die Reichweite der Fahrzeuge.

Für die Kombination mit solarem Mieterstrom spricht auch, dass die Nutzer ihre Elektrofahrzeuge mit sauberem Strom laden wollen. So erreichen sie eine optimale Umweltbilanz. Die Nachfrage nach Lademöglichkeiten vorm eigenen Haus ist deutschlandweit bereits groß.

Eine Ladesäule direkt am Haus ergänzt das nachhaltige Mieterstrom-Angebot. Sie zeigt das Engagement des Wohnungsunternehmens in Sachen Nachhaltigkeit und stärkt den modernen und innovativen Auftritt.

 

Hindernisse für Ladesäulen im Mehrfamilienhaus

Der Ausbau der Ladeinfrastruktur in Mehrfamilienhäusern steht bislang erst am Anfang. Er hängt noch stark vom Engagement der Wohnungsunternehmen und Eigentümer ab. So haben Mieter, die ihr Elektrofahrzeug Zuhause laden möchten, keinen Rechtsanspruch auf eine Lademöglichkeit. Hier sind noch Anpassungen im Miet- und Wohneigentumsrecht notwendig.

 

Beitrag der Wohnungswirtschaft zur Elektromobilität

Die Wohnungswirtschaft kann einen wichtigen Beitrag zum Ausbau der elektrischen Ladeinfrastruktur leisten. Besonders im städtischen Raum benötigen neue Mobilitätskonzepte die Unterstützung der Wohnungswirtschaft. Sie kennt die Interessen ihrer Mieter und kann dazu beitragen, neue Mobilitätskonzepte zu etablieren.

Für Wohnungsunternehmen kann das Angebot der Lademöglichkeit ein Teil einer nachhaltigen Quartiersentwicklung darstellen. Die lokale Erzeugung von sauberem Strom und die Nutzung für Mobilität sorgt für eine Aufwertung der Immobilien. Die Bewohner können ihre Fahrzeuge bequem vor der eigenen Haustür laden. Im Idealfall bezahlen sie dafür den günstigen Strompreis aus dem Mieterstrom-Angebot. So trägt das Quartier zu einer besseren Luftqualität in der Stadt bei.

Zudem können Wohnungsunternehmen zur Aufwertung von Quartieren ergänzende Angebote mit neuen Konzepten für die Mobilität bereitstellen. Dies können zum Beispiel Lademöglichkeiten für E-Bikes am Fahrradstellplatz sein.

Eine weitere Möglichkeit sind Carsharing-Modelle mit Elektrofahrzeugen, um die städtischen Straßen zu entlasten. Dadurch benötigen die Mieter keine eigenen Elektrofahrzeuge und es sind weniger Stellplätze notwendig. Bei einem Carsharing-Angebot können z.B. gewerbliche Unternehmen die Fahrzeuge tagsüber nutzen und die Mieter abends und an den Wochenenden. Auf diesem Weg wird die Ladesäule am Haus zu einem ersten Schritt für eine neue Mobilität in der Stadt. Ein Beispiel für eine solche Verbindung von Mieterstrom mit einem Angebot für Carsharing ist das Projekt WINNER in Chemnitz.

 


 

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