Das Eis der Polarkappen schmilzt, der Meeresspiegel steigt, weltweit kommt es zu extremen Wetterereignissen: Der Klimawandel wird zunehmend spürbarer. Daher ist es wichtig jetzt zu handeln! Bereits 2016 hatte die Bundesregierung mit dem Klimaschutzplan 2050 eine langfristige Klimaschutzstrategie beschlossen, wie sie im Pariser Abkommen gefordert wurden. Ende 2019 legte sie mit dem Klimaschutzprogramm 2030 nach. In diesem Beitrag erfahren Sie, was sich hinter dem Klimaschutzplan verbirgt und welche Bedeutung dieser für Mieterstrom-Projekte hat.

  1. Was verbirgt sich hinter dem Klimaschutzplan 2050?
  2. Was sieht das Klimaschutzprogramm 2030 vor?
  3. Bedeutung des Klimaschutzplans für Immobilien
  4. Klimaneutrale Gebäude durch erneuerbare Energien
  5. Mit Mieterstrom zum klimaneutralen Gebäudebestand

 

 

Was verbirgt sich hinter dem Klimaschutzplan 2050?

Der Klimaschutzplan 2050 wurde bereits im November 2016 verabschiedet. Mit diesem will Deutschland seinen Teil zum Pariser Abkommen beitragen. Im Dezember 2015 hat die Staatengemeinschaft auf dem Klimagipfel in Paris festgelegt, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Mittelfristiges Ziel des Klimaschutzplans 2050 ist es, die Treibhausgasemissionen in Deutschland bis 2030 um mindestens 55 Prozent gegenüber dem Niveau von 1990 zu senken. Bis 2050 soll Deutschland sogar weitgehend treibhausgasneutral wirtschaften.

Damit legt der Klimaschutzplan 2050 jedoch lediglich eine Grundlage. Konkrete Maßnahmenprogramme und Einzelmaßnahmen folgten mit dem Klimaschutzprogramm 2030.

 

 

Was sieht das Klimaschutzprogramm 2030 vor?

Im Oktober 2019 legte die Bundesregierung mit dem Klimaschutzprogramm 2030 einen konkreten Plan nach, mit dem die zuvor festgelegten Ziele erreicht werden sollen. Dieser sieht einen komplexen Maßnahmen-Katalog vor. Wir stellen einige der wichtigsten Punkte vor:

  • Herzstück des Plans ist eine neue CO2-Bepreisung, die ab 2021 gültig wird. Bisher gibt es eine solche Bepreisung bereits für die Energiewirtschaft und die energieintensive Industrie. Nun folgen die Bereiche Verkehr und Wärme. Die Einnahmen will die Bundesregierung in Klimaschutzmaßnahmen investieren oder in Form von Entlastungen und Fördermaßnahmen an die Bürge*innen zurückgeben.

  • Der Plan sieht außerdem einen schrittweisen Ausstieg aus der Kohleverstromung vor. Bis 2030 sollen Kohlekraftwerke nur noch 17 Gigawatt Strom produzieren - acht Jahre später soll der endgültige Ausstieg verwirklicht sein.

  • Je höher die Einnahmen aus der CO2-Bepreisung, desto mehr senkt die Regierung die Stromkosten. Diese und weitere Unterpunkte sieht der Klimaschutzplan vor, um die Bürger*innen aktiv zu entlasten. Ein weiteres Beispiel: Die Pauschale für Berufspendler*innen wird ab 2021 erhöht.

  • Durch verschiedene Förderungen will der Bund außerdem die Elektromobilität fördern. Dazu gehört auch der Ausbau von öffentlichen Ladesäulen - eine Million Ladepunkte sollen bis 2030 in Deutschland zur Verfügung stehen.

 

 

Bedeutung des Klimaschutzplans für Immobilien

Knapp 30 Prozent der CO2-Emissionen in Deutschland sind dem Gebäudesektor, inklusive Materialproduktion sowie Strom- und Wärmeversorgung, zuzuschreiben (Quelle: Bundesregierung). Nach dem Klimaschutzplan 2050 soll der Gebäudebestand daher bis 2050 nahezu klimaneutral werden. Bis zum Jahr 2030 ist geplant, die Emissionen um bis zu 67 Prozent zu reduzieren. Um diese Ziele zu erreichen, werden anspruchsvolle Neubaustandards, langfristige Sanierungsstrategien für den Gebäudebestand, wie auch die schrittweise Abkehr von fossilen Heizungssystemen benötigt.

So dürfen, nach Vorgabe der EU-Gebäudeeffizienzrichtlinie, ab 2021 nur noch Niedrigstenergiegebäude gebaut werden. Ziel ist es, eine hohe Energieeffizienz zu erreichen und den verbleibenden Energiebedarf möglichst mit erneuerbaren Energien zu decken. Bestandsgebäude sollen ebenfalls schrittweise zu einem klimaneutralen Gebäudebestand entwickelt werden. Die Bundesregierung setzt diese EU-Richtlinie mit dem Gebäudeenergiegesetz um, das am 01.11.2020 in Kraft tritt. Damit definiert sie den aktuellen Effizienz-Standard als Niedrigstenergie-Standard. Hilfreicher für das Klimaziel wäre ein deutlich höherer Standard gewesen, der jedoch nicht vor 2023 kommen wird.

Seit 2020 werden außerdem energetische Sanierungsmaßnahmen wie der Heizungstausch, der Einbau neuer Fenster oder die Dämmung von Dächern und Außenwänden steuerlich gefördert. Darüber hinaus werden die Fördersätze der bestehenden KfW-Förderprogramme um 10 Prozent erhöht. Mit dieser verbesserten Förderung ist es sehr attraktiv bei Sanierungen und Neubauten einen hohen Effizienzhaus-Standard zu wählen.

 

 

Klimaneutrale Gebäude durch erneuerbare Energien

Solaranlagen sind eine hervorragende Möglichkeit, um die energetische Sanierung besonders effektiv zu gestalten und Gebäude mit erneuerbarer Energie zu versorgen. Sie produzieren allein durch die Kraft der Sonne grünen und emissionsfreien Strom. So entlasten sie aktiv das Klima und die Menschen mit einem wichtigen Beitrag zur Energiewende.

Darüber hinaus kann Solarstrom im Idealfall nicht nur den Strombedarf des Gebäudes decken. Er lässt sich auch für Elektromobilität nutzen und kann einen Beitrag für die Wärmeversorgung leisten. Damit sind Solaranlagen ein wichtiger Baustein für das Ziel der klimaneutralen Gebäude.

 

 

Mit Mieterstrom zum klimaneutralen Gebäudebestand

Beziehen in einem Mehrfamilienhaus die Mieter*innen ihren Strom vom Dach des eigenen Hauses, ohne dass der Strom durch das öffentliche Netz geleitet wird, spricht man von Mieterstrom. Die lokale Versorgung mit Sonnenstrom ist für sehr viele unterschiedliche Gebäude möglich und nur abhängig vom Dach des Gebäudes. Häufig baut und betreibt ein Dienstleister die Solaranlage, welcher auch für die Vollversorgung der Haushalte verantwortlich ist. Scheint die Sonne einmal nicht, liefert der Dienstleister Ökostrom aus dem Netz. Beim Strom vom Dach entfallen Netzentgelte, weitere netzgebundene Abgaben und die Stromsteuer - weshalb der Strom gesetzlich gesichert mindestens 10 Prozent günstiger als der Grundversorgertarif ist. So erhalten die Mieter*innen günstigen und grünen Strom vom eigenen Dach, während Vermieter*innen ihre Immobilie attraktiv und nachhaltig aufwerten.

Mieterstrom bietet eine praktikable, kostengünstige Lösung auf dem Weg zum Ziel des klimaneutralen Gebäudebestandes und eröffnet uns den Weg zu einer dezentralen, regenerativen Energieversorgung. Als spezialisierter Dienstleister unterstützt SOLARIMO Genossenschaften, Immobiliengesellschaften und Projektentwickler*innen dabei, ökologisch-soziale Mieterstromprojekte mit eigenen Photovoltaikanlagen umzusetzen.

 


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Livia Sarai Lergenmueller

Livia Sarai Lergenmueller

Studentin der Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation und Werkstudentin für Content Marketing bei SOLARIMO. Nebenher arbeitet Livia als freie Journalistin.

Veröffentlicht am:
Oktober 27, 2020

 

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