Mit unseren regelmäßigen Interviews geben wir einen Einblick in die Aufgabengebiete und Expertisen unserer Kolleg*innen bei SOLARIMO, indem wir fachliche wie auch persönliche Fragen klären. Den Anfang macht dabei Philip Manns, Ingenieur für die Projektplanung.

  1. Wer bist du und was ist deine Rolle bei SOLARIMO?
  2. Wie lassen sich Ladesäulen wirtschaftlich betreiben?
  3. Wie lassen sich Ladesäulen in PV-Anlagen integrieren und welche technischen Anforderungen gibt es?
  4. Wo siehst du die größten Hürden in der Realisierung einer Ladesäule?
  5. Warum sind Ladesäulen ein wichtiges Element in Sachen Klimaschutz
  6. Wer profitiert noch von der Einbindung einer Ladesäule an ein Mieterstromprojekt?
  7. Erzähl uns von deinem schönsten und deinem herausfordernsten Moment bei SOLARIMO

 

1. Wer bist du und was ist deine Rolle bei SOLARIMO?

Ich heiße Philip Manns und ich bin bei SOLARIMO als Ingenieur für die Projektplanung von Aufdachanlagen für Mieterstrom und Gewerbekund*innen zuständig. Mein Spezialgebiet ist die Konzeptionierung und Einbindung von elektrischen Ladesäulen an Solaranlagen. 

Neben der Beantwortung technischer Rückfragen von Kolleg*innen aus dem Vertrieb kümmere ich mich somit hauptsächlich um die technische und wirtschaftliche Planung unserer Projekte. Verstärkt kommen hier auch immer wieder Anfragen zur Einbindung von Ladesäulen.

2. Wie lassen sich Ladesäulen wirtschaftlich betreiben?

Man muss bei Ladesäulen die Investitionskosten direkt am Anfang mit einkalkulieren. Sinn macht es dies über eine Laufzeit von fünf Jahren zu tun, denn so lange gibt der Hersteller Garantie. 

Es gibt grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Hat man eine hohe Anzahl an Kund*innen, kann man den Strom zu einem ähnlichen Preis wie den Netzstrom verkaufen, das sind ca. 30 Cent pro kWh. Hat man wenige oder eine ungewisse Anzahl an Kund*innen, dann muss man den Preis höher ansetzen, um die Investitions- und Betriebskosten wieder einzunehmen. Aktuell verkaufen die meisten Anbieter von Ladestrom zu einem Preis zwischen 40 und 50 Cent an ihre Kund*innen. 

Man kann außerdem einen Pauschalpreis ansetzen, z.B.: 50 € pro Monat und dafür können die Kund*innen dann unbegrenzt laden. 

3. Wie lassen sich Ladesäulen in PV-Anlagen integrieren und welche technischen Anforderungen gibt es?

Ladesäulen lassen sich ganz einfach einbinden, indem man sie direkt an denselben Netzverknüpfungspunkt, häufig den Hausanschlusskasten, anbindet. Mithilfe von intelligenten Steuergeräten für den Stromverbrauch im Gebäude kann die Leistung der Solaranlage dann direkt an der Ladesäule zur Verfügung gestellt werden. Das nennt man dynamisches Lastmanagement. 

Die Ladesäulen haben eine technische Beschränkung in Ihrer Ladeleistung, die durch die verfügbare Leistung am Netzverknüpfungspunkt vorgegeben ist. Das hat zur Folge, dass wir die Ladeinfrastruktur vor Ort dementsprechend dimensionieren müssen. Weiterhin müssen wir eine eichrechtskonforme Messtechnik in den Ladesäulen haben, das ist heute aber Industriestandard. 

Stellen wir die Ladesäule am Parkplatz auf, muss diese mit einer stabilen Konstruktion versehen sein. Häufig setzt man da sogenannte Fundamenterder. Außerdem: je weiter eine Ladesäule außerdem vom Hausnetzanschluss entfernt ist, desto dicker wird das Kabel. Das hat natürlich auch noch mal diverse Anforderungen an den Kabelquerschnitt. 

4. Wo siehst du die größten Hürden in der Realisierung einer Ladesäule? 

Bei Bestandsbauten haben wir Zusatzkosten für Tiefbauarbeiten für Kabelführung und Aufstellung der Ladesäule. Und die Hausanschlussleistung stellt ein Hindernis dar. Also z.B.: wenn wir eine sehr geringe Hausanschlussleistung haben, können wir die Ladeleistung der Ladesäule technisch auf verfügbare Leistung beschränken und dadurch Zusatzkosten vermeiden. Dabei muss man aber natürlich bedenken, wie sinnvoll es ist, ein E-Auto mit beispielsweise 2 kW zu laden. Das bräuchte ja mehrere Stunden. 

Generell ist zu bemängeln, dass es in Deutschland kein einheitliches System zur Abrechnung gibt. Man muss sich an verschiedene Ladeverbundnetzwerke anbinden, wenn man die Ladesäule für viele Kund*innen zur Verfügung stellen möchte und das sind zusätzliche Kosten zur Hardware. An einem einheitlichen System wird aber weiterhin von politischer und wirtschaftlicher Seite gearbeitet.

 

5. Warum sind Ladesäulen ein wichtiges Element in Sachen Klimaschutz? 

Dachsolaranlagen bieten im urbanen Raum den Vorteil, dass es die effektivste Möglichkeit ist, CO2 einzusparen ohne zusätzlichen Platz wegzunehmen. Wir können pro Kilowattstunde, die durch eine Solaranlage erzeugt und im Gebäude verbraucht wird, 627 g CO2 einsparen. 

Die PV-Anlagen werden noch effizienter genutzt, wenn man eine Ladesäule integriert. Der saubere Strom vom Dach kann zum Laden des E-Autos verwendet werden. So wird mehr Strom direkt verbraucht und muss nicht den Umweg über das öffentliche Netz nehmen. Diese Dezentralisierung und die Einführung intelligenter Steuergeräte führt dazu, dass die Netze weniger ausgebaut werden müssen.   

Mieterstromanlagen und Elektromobilität müssen also konsequent zusammengedacht werden. Die Wende im Verkehrssektor kann nur gelingen, wenn E-Autos ihren Strom aus erneuerbarer Energie beziehen. 

6. Wer profitiert noch von der Einbindung einer Ladesäule an ein Mieterstromprojekt? 

Nicht nur die Umwelt, sondern auch Mieter*innen und Vermieter*innen erfahren durch die Kopplung deutliche Vorteile. Die Mieter*innen profitieren von einer Lademöglichkeit direkt vor der eigenen Haustüre und das noch zu besonders günstigen Tarifen. Der Solarstrom aus Mieterstromanlagen muss nämlich laut Gesetz dauerhaft mindestens 10 % günstiger sein als der des örtlichen Grundversorgers. 

Für die Immobilienbesitzer*innen und/oder Betreiber*innen bringt eine Einbindung von Elektroladesäulen zusätzliche Einnahmen durch den Verkauf des Stroms vor Ort. Die Immobilie wird zudem nachhaltig aufgewertet und für die Zukunft fit gemacht. 

Für das Image der Immobilienbesitzer*innen ist das natürlich auch eine schöne Message nach außen, im Sinne von: “Wir sind gut gerüstet für die Zukunft und wir kümmern uns aktiv darum, dass Energie- wie Verkehrswende vorangetrieben wird.Das steckt dann auch andere in der Immobilienwirtschaft an! 

7. Erzähl uns von deinem schönsten und deinem herausfordernsten Moment bei SOLARIMO

Ich würde sagen, dass natürlich die Coronakrise mit der ersten Welle im März bis April die größte Hürde war, weil ich dadurch mein Sabbatical abbrechen musste, und ich dann während des ersten Lockdowns als Festangestellter bei SOLARIMO angefangen habe und ich mich an das Home-Office gewöhnen musste. 

Für mich ist es immer toll, wenn ich die Bilder und Videos einer fertigen Anlage sehe. Insbesondere von großen oder herausfordernden Projekten, wie zum Beispiel in Rheinsberg oder Wiesbaden im letzten Jahr. Ein besonderer Moment war, dass wir in Wiesbaden unser erstes Mieterstromprojekt mit einer Ladesäule abgeschlossen haben. Das war vor allem für mich persönlich ein Erfolgserlebnis und ein Beweis, wie machbar die Integration in der Praxis ist. 

 


 

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Philip Manns

Philip Manns

SOLARIMO schafft die Grundlage für nachhaltige Quartiersentwicklungen, durch die Verknüpfung von Photovoltaikanlagen und Ladesäulen innerhalb von Mieterstromprojekten.

Veröffentlicht am:
Februar 8, 2021

 

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